Rheinischer Nachfolgetag 2021

Nach den erfolgreichen Veranstaltungen in den vergangenen Jahren wird am 28. August 2021 der Rheinische Nachfolgetag 2021 stattfinden. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Wir bitten daher um vorherige Anmeldung.

Interessierte Teilnehmer können im Rahmen des Anmeldevorgangs jeweils einen Workshop aus den Workshoprunden I und II auswählen. Es gilt das Prinzip „first come, first serve„. 

Weitere Informationen zu den Referenten und einzelnen Workshops finden Sie weiter unten auf dieser Seite.


Unsere Kooperationspartner
:

 

Der Wirtschaftsjunioren Köln e.V. ist ein Netzwerk für junge UnternehmerInnen und Nachwuchsführungskräfte, die aktiv ihr Netzwerk gestalten, um sich sowohl persönlich als auch beruflich weiterzuentwickeln.  Die Mitglieder kommen aus allen Bereichen der Wirtschaft, engagieren sich  sozial und politisch in Köln und im Rhein-Erft-Kreis und setzen mit Neugier, Freude und Offenheit gemeinsam konkrete Projekte um. Durch ihren gemeinsamen Einsatz wollen sie die Akzeptanz für unternehmerisches Handeln in Deutschland erhöhen. 

Die IHK Köln ist Partner und Fürsprecher der Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region Köln. Sie vertritt die Interessen von rund 150.000 Mitgliedsunternehmen.

Als öffentlich-rechtliche Körperschaft gestaltet sie neue Berufsbilder und stellt die Standards bei Aus- und Weiterbildungsprüfungen sicher. Die IHK Köln bietet vielfältige Dienstleistungen für Unternehmen, von der Ausbildung bis zu Fragen der Unternehmenspraxis. Aktuelle Veranstaltungen zu einer Vielzahl von Themen und zahlreiche Netzwerkangebote machen sie zum Zentrum wirtschaftlichen Handelns in Köln.

Die CBS International Business School ist eine staatlich anerkannte private Fachhochschule für Wirtschaft. Das Angebot umfasst akkreditierte Bachelor-Master- und MBA-Studiengänge auf Deutsch und Englisch in Voll- oder Teilzeit an. Deutschlandweit ist die Hochschule an den drei Standorten Köln, Mainz und Potsdam vertreten. In verschiedenen Rankings bestätigen Personalverantwortliche und Studierende, dass die CBS die beste private Fachhochschule für BWL im Rheinland ist und zu den besten digitalen Bildungsanbietern Deutschlands gehört.


Die Impulsvorträge am Vormittag
:

Praxisvortrag Unternehmensnachfolge: Wie erkenne ich den richtigen Menschen? – Eine psychologische Betrachtung der wichtigsten Begegnung in der Endphase ihres Berufslebens [Katja Krater]

Beinahe jede dritte Unternehmensnachfolge scheitert. Und scheitert das Vorhaben „Nachfolge“ ist nicht nur die Zukunft des Unternehmens gefährdet. In diesem Vortrag werden die klassischen Gründe des Scheiterns aus der psychologischen Sicht vorgestellt und Lösungswege aufgezeigt. Praxisbeispiele, die die Wechselwirkungen von Persönlichkeit und der unterschiedlichen Interessen beim Kauf, bzw. Verkauf aufzeigen, verdeutlichen die Problematik. Eine exemplarische Vorgehensweise zur Lösung der Probleme wird dargestellt. Der sich hieran anschließende Workshop (s.u.) greift die Hauptthesen des Vortrag auf und diskutiert mit den Teilnehmern weitere Problemfelder.

Wechsel an der Unternehmensspitze: Herausforderungen für VorgängerInnen und NachfolgerInnen [Annegret Garschagen]

Im Prozess des Wechsels von VorgängerIn zu NachfolgerIn geht es um viel mehr als das Abarbeiten von administrativen To-Do-Listen und der Klärung steuerlicher Fragen. Es gibt auch eine Menge an Herausforderungen, die nicht so direkt sichtbar sind:  Das Loslassen der Entscheidungshoheit für den Vorgänger, das Reinwachsen in die Rolle für den Nachfolger, das Gewinnen der Akzeptanz der Menschen, die im Unternehmen arbeiten und vieles mehr. Da kann man einiges „falsch“ machen – aber auch sehr Vieles richtig, wenn Sie diesen Themen im Prozess Aufmerksamkeit und klare Entscheidungen schenken. In diesem Vortrag  bekommen Sie Empfehlungen und Denkanstöße zu diesen „unsichtbaren“ und doch so wichtigen Begleitungserscheinungen eines Nachfolgeprozesses.

Fotografie von Ulrich Kaifer

Der Unternehmer und sein Nachfolger – wie kommen sie zusammen?

Manchmal ist schon lange klar, wer das Unternehmen später einmal weiterführen wird: Innerhalb der Familie gibt es prädestinierte Kandidaten, oder unter den Mitarbeitern finden sich sowohl kompetente als auch führungsstarke Persönlichkeiten mit Unternehmergeist. Was aber, wenn dem nicht so ist? Das ist noch lange kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken – es gibt viele Möglichkeiten das anzugehen. Der Vortrag soll einen kurzen Überblick darüber geben, auf welchen Wegen Nachfolgekandidaten gefunden werden, und welche Schritte dafür notwendig sind.


Workshoprunde I
:

1. Die Nachfolge ist weiblich – Generation Töchter in der Führungsebene

Was erwartet Sie hier?

Nachfolgeentscheidungen in Familienunternehmen gehören aufgrund der Tiefe des damit verbundenen Einschnittes für den Seniorunternehmer / der Seniorunternehmerin zu besonders komplexen Entscheidungen einer Unternehmensnachfolge. Eine psychologische Hürde stellt dabei das Eingeständnis dar, älter zu werden und über kurz oder lang nicht mehr die Geschicke des Unternehmens bestimmen zu können. Das Lebenswerk aus den Händen zu geben und von nun an zuschauen zu müssen, wie eine andere Person die Geschicke des selbst aufgebauten oder langjährig geführten Unternehmens bestimmt, ist wohl das größte Hindernis für ein frühzeitiges Angehen der Nachfolgeplanung.

Doch was ist das Ziel des Seniorunternehmers / -unternehmerin einer Unternehmensnachfolge innerhalb des Familienbetriebes? Mit Sicherheit zu sehen, wie das einst aufgebaute Unternehmen in seinem Erfolg und seinem positiven Image weitergeführt wird. Daher bedarf es eine rechtzeitige und umfängliche Planung, so wie sie im Familienunternehmen von Familie Schnirch bereits praktiziert wird. Ralf Schnirch und seine Tochter Melina arbeiten seit Beginn an Hand in Hand und haben immer vor Augen, dass das Unternehmen eines Tages an die nächste weibliche Generation übergeben wird. In ihrem Workshop berichten Sie, welche Entscheidungen bisher getroffen werden mussten, welche Hürden es im beruflichen und familiären Alltag gibt, insbesondere auch als Frau in einer Männerdominierten Branche und wie sie gemeinsam den Prozess der Unternehmensnachfolge in den nächsten Jahren fortführen werden. 

2. Steuerliche und zivilrechtliche Gestaltung der Unternehmensnachfolge

Was erwartet Sie hier?

Die unentgeltliche Übertragung des Betriebes innerhalb der Familie oder der Verkauf an fremde Dritte ist in der Regel ein einmaliger Prozess im Leben eines Unternehmers, der neben großen finanziellen und steuerlichen Auswirkungen auch einen neuen Lebensabschnitt einleitet. Mit der Nachfolgeplanung sollte aus mehreren Gründen gut 5 Jahre vor der geplanten Übergabe begonnen werden. Bei keinem anderen Geschäftsprozess sind so viele unterschiedliche Interessengruppen involviert wie bei der Unternehmernachfolge. Bei der Unternehmensnachfolge gibt es verschiedene Gestaltungsvarianten, mit denen eine Steuervergünstigung erreicht werden kann. RA & StB Lars Ahlbory, LL.M. und Dr. Lars Göhmann werden in dem Workshop die folgenden Punkte mit Ihnen besprechen:

  1. Art der Übertragung (Share-Deal oder Asset-Deal)
  2. Die für die Übertragung passende Rechtsform
  3. unentgeltliche Übertragung in der Familie – zu Lebzeiten oder von Todes wegen
  4. Ausgleich zwischen dem Erwerber des Unternehmens und anderen Pflichtteilsberechtigten in der Familie
  5. Verkauf an fremde Dritte
  6. Planungsprozess, Übergabe- und Zahlungsmodalitäten, Entwicklung eines Notfallkoffers

3. Unternehmensnachfolge zu Coronazeiten – Chancen und Risiken

Was erwartet Sie hier?

Corona hat bei vielen Unternehmen seine Spuren hinterlassen, sei es in Form von Produktionseinbrüchen,  Lieferschwierigkeiten oder einfachen Umsatzeinbrüchen. Infolgedessen stellten etliche Betriebe auf Kurzarbeit um und reduzierten ihre Produktion. Doch selbst nach einem Ende der Pandemie dürften Coronahilfen die Bilanzen weiter belasten. Infolgedessen scheuen viele Unternehmer Gedanken an eine Übergabe und Kaufinteressenten zögern beim Erwerb eines an sich interessanten Targets. 

Im Rahmen dieses Workshops zeigen RA Dr. Raul Taras und Mag iur. Florian B. Suchan rechtliche Gestaltungsmöglichkeiten auf, mit denen die Auswirkungen der Coronapandemie auf die Nachfolgeplanung im Einzelfall abgefedert werden können, wie etwa die vielfältigen Instrumente im Rahmen eines Restrukturierungsprozesses (nach dem StaRUG) oder den Ablauf einer sog. „übertragenen Sanierung“.

Zugleich werden Übernahmeinteressenten über einen Perspektivwechsel auf die Vor- und Nachteile einer Übernahme in und aus der Krise sensibilisiert. Hierzu werden die Besonderheiten, Chancen und Risiken eines sog. „Distressed M&A“ Prozesses für den Unternehmenskäufer aufgezeigt und entsprechende Strategien vorgestellt.

3. Vertiefung zum Praxisvortrag: Wie erkenne ich den richtigen Menschen? – Eine psychologische Betrachtung der wichtigsten Begegnung in der Endphase Ihres Berufslebens

Was erwartet Sie hier?

Hier gibt es mehr zu dem Impulsvortrag am Vormittag und Katja Krater.

Beinahe jede dritte Unternehmensnachfolge scheitert. Aktuell stehen einem großen Bietermarkt ein zurückhaltende Zielgruppe von Unternehmensnachfolgern gegenüber. Das erhöht den Druck für den Eigentümer den richtigen Nachfolger zu finden und für diesen attraktiv zu erscheinen. Scheitert das Vorhaben „Nachfolge“ ist nicht nur die Zukunft des Unternehmens gefährdet. Der Eigentümer muss die emotionalen und finanziellen Schäden kompensieren und dennoch nach einer weiteren Lösung suchen. Da der Prozess der Nachfolge ein Kristallisationspunkt menschlicher Stärken und Schwächen darstellt, ist die psychologische Perspektive besonders interessant und bietet wertvolle Erkenntnisse.

Inhaltlich werden die klassischen Gründe des Scheiterns aus der psychologischen Sicht vorgestellt und Lösungswege aufgezeigt. Praxisbeispiele, die die Wechselwirkungen von Persönlichkeit und der unterschiedlichen Interessen beim Kauf, bzw. Verkauf aufzeigen, verdeutlichen die Problematik. Eine exemplarische Vorgehensweise zur Lösung der Probleme wird dargestellt. Der anschließende Workshop greift die Hauptthesen des Vortrag auf und diskutiert mit den Teilnehmern weitere Problemfelder.


Workshoprunde II
:

 

1. UnternehmerInnenCHECK! kompakt

Was erwartet Sie hier?

In diesem Workshop arbeiten Sie! Und zwar hochkonzentriert an Ihren Zielen, an dem, was Sie als Unternehmer:in ausmacht und der Frage, wie sich das auf die DNA des Unternehmens auswirkt.  Sie werden mit Impulsen und bestimmt auch einiges To Dos rausgehen, die Ihnen für die Unternehmensnachfolge vor allem eines schenken: Klarheit!

Folgende Fragen wird Annegret Garschagen in dem kompakten Workshop auf:

  • „WHY! – Vision! – Purpose!“??? Hab ich das? Brauche ich sowas? Und wenn ja: wofür?
  • Verortung: was sind meine Ziele als Unternehmer:in und wo spiegeln die sich ganz konkret in den Unternehmenszielen und der Unternehmenskultur wider?
  • Herausforderungen im Spannungsfeld zwischen „Weiterführen“ und „Anders machen“

2. Verkaufspreisfindung – Erfolgreich verhandeln bei der Unternehmensnachfolge

Was erwartet Sie hier?

Der Workshop beschäftigt sich mit der Vorgehensweise zielführender Kaufpreisverhandlungen. Wie muss die Transaktion konzipiert sein und wie muss verhandelt werden, damit die Transaktion erfolgreich zu Stande kommt und damit das Unternehmen sowie seine Menschen eine sichere und bessere Zukunft haben. Das erfolgreiche verhandeln mittelständische M & A Transaktionen hat sehr viel mehr Facetten und Ziele als den Abschluss eines Kaufvertrages.

  1. Vorbereitung der Verkaufspreis Verhandlungen
    -warum ist eine für den Käufer nachvollziehbare Unternehmensbewertung wichtig
  1. Gründe für unterschiedliche Preisvorstellungen von Käufern versus Verkäufern
    – Die Werttreiber, binäre Faktoren und graduelle Faktoren
  1. Wertorientierte Verhandlungsstrategie – statt bloßes Basarverhalten

  2. Das Bedenken sowohl harter als auch weicher Faktoren

  3. Strukturierung des Verkaufspreises als Lösungshilfe

3. Die Stiftung in der Unternehmensnachfolge

Was erwartet Sie hier?

Stiftungen sind rechtlich selbständige Sondervermögen. In der öffentlichen Wahrnehmung spielen gemeinnützige Stiftungen die Hauptrolle. Im Rahmen der Vermögensnachfolge – gerade auch bei der lebzeitigen Übertragung mittelständischer Unternehmen – bieten jedoch Familienstiftungen interessante gestalterische Möglichkeiten. Insbesondere die Trennung von Vermögenszuordnung und Unternehmensleitung kann bei Fehlen eines geeigneten Unternehmenslenkers aus dem Familienkreis ein vielversprechender Ansatz sein, sowohl das Unternehmen als auch dessen Familiennützigkeit zu bewahren. Die Vorteile der Stiftung gilt es jedoch gegen deren systembedingte Nachteile abzuwägen. Dr. Lars Göhmann möchte die Möglichkeiten mit Ihnen durchspielen.

Der Workshop gibt zur Errichtung und Ausgestaltung einer Stiftung einen ersten Überblick und wirft zusammen mit RA & StB Ahlbory auch einen Blick auf die steuerliche Behandlung der Errichtung und des Betriebs einer Stiftung und die insoweit bestehenden Gestaltungsmöglichkeiten.

4. Aus Fehlern lernen: Erfahrungen aus den Bereichen Arbeitsrecht und Gewerbliche Schutzrechte

Was erwartet Sie hier?

Die Fortführung des Außenauftritts, die Nutzung von Marken und die Übernahme des Know-hows wird bei Unternehmensnachfolgen oft für selbstverständlich gehalten – ist es jedoch nicht. Wenn die Nutzungsrechte nicht auf den neuen Unternehmer übergehen, kann das erhebliche Konsequenzen haben, von zusätzlichem Regelungsaufwand über unerwartete Lizenzgebühren bis hin zu einem notwendigen Rebranding oder sogar der Umstellung des Produktportfolios. Aus diesem Grund sollten alle Beteiligten beim Unternehmenserwerb auch stets die „gewerblichen Schutzrechte“ im Auge haben.
Bei wem liegen diese Rechte, wo sollen sie hin und wer erhält ggf. noch eine Zusatzvergütung? Das sind Fragen, die sich meist schnell beantworten lassen, die aber nicht vergessen werden dürfen. Im Rahmen des Workshops erfahren Sie von Dr. Christian Kau in aller Kürze, worauf Sie achten müssen. 

DAS arbeitsrechtliche Thema im Zusammenhang mit der Unternehmensnach-folge ist der Betriebsübergang nach § 613 a BGB. In vielen Fällen lässt sich ein Betriebsübergang nicht vermeiden, wenn man ein bestehendes Unternehmen übernehmen und weiterführen möchte. In jedem Fall sollte dem Übernehmer rechtzeitig vor der Übernahme bewusst sein, dass die Übernahme einen Betriebsübergang im rechtlichen Sinne darstellen kann und welche Konsequenzen damit verbunden sind. Nur dann kann der Übernehmer – zum Teil mit Hilfe des Übergebenden – und im Rahmen des Möglichen gestaltend tätig werden.
Im Rahmen des Workshops wird Niels Garbe, LL.M. ein Problembewusstsein für die Risiken eines nicht gesehenen bzw. fehlerhaft ausgeführten Betriebsübergangs wecken, und ein Einblick in die Gestaltungsmöglichkeiten gegeben werden, wenn man rechtzeitig tätig wird.


Zur Einstimmung auf die Abschluss-Talkrunde:

 

Corona-Hinweise:

Bitte informieren Sie sich in jedem Fall kurz vor der Veranstaltung über die infektionsschutzrechtlichen Anforderungen an eine Teilnahme (z.B. Impfung oder negativer Coronatest). Falls besondere Vorkehrungen notwendig sein werden, werden wir diese hier veröffentlichen.

Ferner behalten wir uns vor, die Veranstaltung (auch kurzfristig) zu verschieben, falls das Infektionsgeschehen dies erfordert. In diesem Fall werden wir die Anmeldungen stornieren und die bereits angemeldeten Teilnehmern hierüber informieren.